Aleister und Ongar

Hier könnt ihr kleine RPGs ausspielen. Hier finden sich auch die RPGs für Bewerber, die noch keinen Zugang zum Rollenspiel haben.

Aleister und Ongar

Beitragvon NPC » Mi 8. Feb 2017, 10:16

Erklärung:

In diesem RPG wollen Wir erfahren, wie sich Aleister und Ongar kennengelernt haben. Wir reisen deswegen ca 50 Jahre zurück und finden uns in Shirga wieder.




(ONGAR)

Der junge Ongar schlurft mit gesenkten Kopf die Strasse entlang. Sein brauner Mantel schlackerte dem Jungen um die dünnen Beine. In seinem Arm trug er ein paar Bücher.

Sein blondes Haar war von der Kapuze verdeckt. Das war eh besser, da er dieses nicht bändigen konnte. Es stand in alle HImmelsrichtungen und trotzte jedem Versuch es glatt zu bekommen.
Ein paar Novizinen kamen ihm kichernd entgegen. Die beiden wurden von zwei Suavis begleitet. Ongars Laune verschlechterte sich augenblicklich. Auch das kokette "Huhu Ongi" von einem der beiden Mädchen konnte nicht zur Besserung seiner Laune beitragen.
Er erötete und setzte unbeirrt seinen Weg fort. Allein, ohne Partner. Denn trotz seines Alters von 15 Jahren, war es ihm noch immer nicht gelungen den seinigen zu finden.
Deswegen war jetzt zu Bonifas geschickt worden.
Der Lehrer kümmerte sich um diejenigen die etwas gesondert behandelt werden mussten. Sei es denn sie schafften die Prüfungen nicht oder hatten Schwierigkeiten mit ihrer Magie.
Bonifas fing sie auf und gab ihnen nochmal eine Chance ihren Abschluss zu bekommen.

Er betrat das Haus indem der Lehrer seine Klasse hatte und klopfte mit hängenden Kopf an dessen Tür.
Erst vernahm er gar nichts und dann nach einer gefühlten langen Weile ertönte ein knappes "Herein!"
Ongar atmete tief durch und betrat die Klasse. WIe er das hasste wenn sie ihn jetzt alle anstarrten...
Sein Blick trotzig auf dem Boden gerichtet schlurfte er zu dem Lehrer.
"Ah, Ongar! Dein Kommen wurde mir schon breichtet. Lass den Kopf nicht hängen, Dein Problem bekommen wir auch noch in den Griff!"
Seine große Hand klatschte krachend auf seine Schulter und der schmale Junge knickte unter der Kraft ein wenig ein. Er hob seinen kopf ein klein wenig und sah hinter Bonifas einen großen Adler auf einem Baumstamm. Er sah Ongar scharf an. Gänsehaut kroch seinen Rücken hoch.
Mit einem weiteren Patscher auf seine Schulter löste Bonifas den hypnotischen Blick auf und schob Ongar in die Klasse.
"So, Ongar! Such dir mal einen Platz... Sind ja genug frei."
Er zog seine Kapuze von seinem Schopf und sah sich kurz um. Ausser ihm saß nur noch einer in diesem Raum. Ein junger Halbelf dem anscheinend furchtbar langweilig war.




Ongar kommt in seine neue Klasse

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Aleister und Ongar

Beitragvon Aleister » Fr 10. Feb 2017, 18:11

Der junge Halbelf, der jüngste Spross der vielgerühmten Fiore-Familie, hatte den Raum erst wenige Minuten vor Ongar betreten. Die meisten in Shirga kannten sein Gesicht und seinen Namen, sprachen ihn mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Spott hinter hervorgehaltener Hand aus - okay, seit seinem Versagen eigentlich nur noch mit Spott.
Er hasste es, wenn sie das taten. Sie sollten ihn einfach nur in Ruhe lassen, alle, die Mentoren, die Sidhe, seine Familie. Und Clement Patalder, der besonders!

Verdammter Patalder. Ausgerechnet mit dem hatte Aleister den Rest seiner Reise verbringen müssen. Es waren nur noch ein paar Tagesmärsche bis Shirga gewesen, als der Schweinehund seinen Partner endlich fand: einen stolzen, schwarzen Wolf mit dem Namen Freki.

„Was ist los, Messerohr? Du hast halt einfach nicht das Zeug dazu. Sieh es endlich ein, solche wie du gehören nicht dazu. Aber ich wette, im Archiv haben sie noch einen schönen Platz für dich. Setz nur nichts in Brand, wenn du die Überlieferungen meiner Heldentaten sortierst.“

Für den Satz hatte Patalder einen Stein vors Maul bekommen. Und einen Zahn eingebüßt. Ob Tag oder Nacht, Aleister sah sein triumphierendes Grinsen noch immer vor seinem inneren Auge schweben. Hitze stieg in ihm auf und er musste seine Fäuste ballen, um nicht auf den Tisch zu hauen. „Scheiße!“

„Na! Solche Worte sagen wir hier aber nicht!“

Der Halbelf blickte auf. Richtig, er war in der Klasse. Der Novize ließ einen Schwall Luft in seine Lungen und schloss die Augen. Das Feuer versiegte. Alles war wieder kalt und leer.
Vor ihm stehend, stemmte Bonifas, DER Mentor für „hoffnungslose Fälle“, seine Arme in die Hüften. Ein Mann von grober Statur und gutmütigem Gesicht. Selbst jetzt verzog er keine Miene. „Du musst dich nicht grämen.“, schob er mit einer Stimme hinterher, die ein Baby zum Einschlafen gebracht hätte. „Einige Novizen schaffen es nicht beim ersten Versuch. Gib einfach dein Bestes und lass es auf dich zukommen.“

Der hatte gut reden. Er hatte seinen Partner ja.

„'Tschuldigung.“, murmelte Aleister und wischte sich seinen Pony aus den Augen. War wohl bald wieder Zeit für 'ne Kürzung. Gingen schon wieder bis zum Kinn. Vielleicht konnte er seine Haare auch einfach wuchern lassen, dann musste er wenigstens nicht mehr die ganzen Fressen sehen, die ihn dumm anglotzten.

Es klopfte. „Herein!“, hörte Aleister Bonifas rufen und das Tapsen seiner Füße entfernte sich zur Tür. Unmöglich. Gab es etwa noch so einen armen Idioten wie ihn? Mit lautem Knarzen öffnete sie sich und Bonifas lachte:"Ah, Ongar! Dein Kommen wurde mir schon berichtet. Lass den Kopf nicht hängen, dein Problem bekommen wir auch noch in den Griff!"

Soso, das wurde ja interessant. Aleister stützte sein Kinn auf den Handrücken und versuchte, so gelassen und gelangweilt wie möglich zu dem Neuankömmling rüberzuschauen. Der sollte mal bloß nicht denken, sie könnten jetzt Freunde werden, nur weil sie beide verkackt hatten. Hm, jünger als er. Wie die meisten. Irgendwie dünn. Hatte der Angst!?

"So, Ongar! Such dir mal einen Platz... sind ja genug frei.", forderte Bonifas den Jungen auf, nachdem er ihn mit seinen Patschehänden bearbeitet hatte. Fast tat er Aleister leid.

„Ach, obwohl, warum setzt du dich nicht gleich neben Aleister? Ein bisschen Kameradschaft könnte euch beiden nicht schaden. Aber ich warne euch, wenn ihr zuviel quatscht, setzte ich euch auseinander.“

Zielstrebig „geleitete“ der Sidhe den Neuankömmling zum Tisch links neben dem Halbelf. Der rollte nur mit den Augen.

„Was ein Kindergarten.“

Bonifas hatte den Kommentar nicht gehört oder gab vor, ihn nicht gehört zu haben, jedenfalls platzierte er seinen Hintern großzügig auf das Lehrerpult und setzte ein ernstes Gesicht auf.

„Ich weiß, wie es sich anfühlt, seinen Partner nicht zu finden, wenn alle um einen herum ihre bekommen. Ich habe auch mal in eurer Haut gesteckt, Jungs. Es mag nicht einfach sein, aber ich möchte, dass ihr nicht aufgebt! Zusammen kriegen wir das schon hin, in Ordnung?“

Aleister presste die Lippen zusammen und hielt sich die Hand vor den Mund. Das war einfach nur urkomisch. Was würden sie als nächsten tun, einen Stuhlkreis bilden und Händchen halten!? Bonifas seufzte.

„Aleister. Du hast großes Talent für die Feuermagie, hat mir Alma, deine ehemalige Mentorin, erzählt. Bist ein helles Köpfchen. Fällst aber durch negatives Verhalten auf. Wirst handgreiflich - einen Zahn rausgehauen, also wirklich - und sonderst dich gerne von anderen ab. Aber das kriegen wir hin. Vergiss nicht, Gewalt ist keine Lösung.“

Der Sidhe zwinkerte und wandte seine freundlichen, blauen Augen dann zu Ongar.



vor langer Zeit
Aleister findet sich im Lehrraum mit dem Mentor Bonifas wieder, zuständig für „schwierige Novizen“. Kurz darauf kommt Ongar hinzu, der sein neuer Sitznachbar wird. Bonifas beginnt, auf die Jungs einzureden.

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NPC: Bonifas
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Aleister und Ongar

Beitragvon Emma » Sa 18. Feb 2017, 15:09

(ONGAR)

„Ach, obwohl, warum setzt du dich nicht gleich neben Aleister? Ein bisschen Kameradschaft könnte euch beiden nicht schaden. Aber ich warne euch, wenn ihr zu viel quatscht, setzte ich euch auseinander.“

Oh nein, wo ist die Bodenspalte in der er sich so schnell wie möglich verstecken konnte.
Na klar, Aleister. Hatte schon genug von dem Halbelfen gehört der schnell handgreiflich wird. Und neben den sollte er sich setzen?
Bonifas war anscheinend der Meinung das das eine absolut wunderbare Idee sein könnte und propfte Ongar, indem er mit Nachdruck auf seinen Schultern Druck ausübte, auf den kleinen Schemel neben ihn.
"Uff"
„Was ein Kindergarten.“
Ongars Blick wante sich kurz zu seinem Sitznachbarn, während Bonifas sich wieder auf seinen Pult setzte und mit seinem Monolog fortfuhr.
Die Bücher ordentlich auf seinen Pult und die Hände anständig nebeneinander. Bonifas Stimme rutschte ganz nach hinten.
Nur nicht auffallen.
Obwohl das hier wohl kein guter Ort ist um sich unsichtbar zu machen. Etwas das Ongar für sein Leben gern tat. Damit war nicht gemeint das er seine physische Gestalt auflösen und sich in ein Nichts verwandeln konnte. Doch hatte er in den ganzen Jahren es soweit immer gut geschafft nicht im Vordergrund des Geschehens zu sein. Er blieb weit Hinten und agierte von dort.
Das hatte zumindestens sein Überleben bisher in dieser Schule gut gesichert.
Er hatte immer zwei bis drei Leute um ihn herum die für ihn die Sachen regelten. Er "bezahlte" dafür. Mit Hausaufgaben oder Besorgungen für die Dienste.
Nun stand er aber das erste mal gänzlich ohne "Armee" da.
Das könnte sich jetzt schwierig gestalten. Er pustete wieder durch die geschlossenen Zähne und war noch ein flüchtigen Blick auf Aleister.

"Ongar!..."
Der Angesprochene zuckte zusammen und sah mit großen Augen zu dem Lehrer.

" Dein Talent liegt vor allem in der Organisiation. Etwas was nicht jedem liegt. Ich finde es beneidenswert wie du scheinbar alles im Griff hast, nur musst du lernen, das es Dinge gibt die man eben selbst erledigen muss.
Du wirst niemanden haben der für die losgeht und dir Deinen Partner sucht. Also ein wenig mehr Offensive, junger Mann! Aber auch das wirst du bei mir diesem Intensivkurs lernen."

Der Greif hinter Bonifas streckte und öffnete kurz seine gewaltigen Schwingen. Sie waren riesig. Mindestens 5 m schätzte er. Dann schüttelte er sein Gefieder und räusperte sich.
Bonifas lächelte. " Auch das wirst du bei "uns" in diesem Kurs lernen. Seophara wird euch bei euren Exkursionen um Eure Partner zu finden, begleiten. Sie wird euch immer im Auge behalten. Also keine Angst, es wird schon alles gut gehen..."

Überrascht hob Ongar seine Augenbrauen und brummte mehr zu sich selbst als zu anderen:"War das jetzt eine Drohung...?"





Bonifas erzählt etwas über den Kurs und stellt den Jungs seinen Partner Seophara zur Seite.
Zuletzt geändert von Emma am Di 28. Feb 2017, 12:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Aleister und Ongar

Beitragvon Aleister » Fr 24. Feb 2017, 17:17

„War das jetzt eine Drohung...?“, fragte Ongar.

„Darauf kannst du Gift nehmen. Die warten nur darauf, dass wir was falsch machen, um uns loszuwerden.“, murmelte Aleister in seine Hand und grinste hämisch.

Seophara positionierte sich neben den stämmigen Mentor und fixierte die beiden Novizen abwechselnd mit ihren strengen, bernsteinfarbenen Augen.

„Dies ist eure letzte - eure einzige - Chance.“, krächzte sie. Ihre Stimme erinnerte unangenehm an ein altes Weib, das mehr röchelte als sprach, weil ihre Lungen schon halb von den Motten zerfressen worden waren. „Ihr habt noch dieses eine Jahr um eure Partner zu finden, Novizen. Gelingt euch das nicht, müsst ihr Shirga verlassen und nach Hause.“

Nach Hause. Nicht jeder Novize hatte diesen Luxus.

„Bedenkt aber eine Sache...“, warf Bonifas ein und ließ seine Pranke auf Seopharas Rücken krachen, die im Gegensatz zu Ongar unter dem Aufprall nicht einmal zuckte, „die Partnerfindung hat nicht nur etwas mit Glück zu tun, oder Schicksal, so wie viele es gerne behaupten. Niemand weiß natürlich genau, wie es abläuft. Aber ich kann euch sagen: Wenn ihr wirklich den Pfad der Sidhe beschreiten wollt, so wird euch das gelingen. Es reicht nicht, nur davon zu träumen oder blind unseren Doktrinen zu folgen...“

„Wollt Ihr sagen, wir nehmen das hier nicht ernst?“, unterbrach Aleister ihn und verschränkte die Arme. „Ich habe es immer gewollt und will es auch jetzt immer noch, und trotzdem. Ongar hier sieht auch nicht so aus, als wäre er nur zum Spaß hier. Jeder der hierher kommt, weiß doch, um was es geht. Wir sind nicht dämlich.“

Bonifas machte ein verdutztes Gesicht.

„Das behaupte ich auch garnicht.“ Beschwichtigend hob er die Hände. „Das sollte nur ein Beispiel sein und war nicht persönlich gemeint, ja?“

„Mäßige deinen Ton, Novize Aleister!“, zischte Seophara und wandte ihren großen Kopf, gespickt mit einem ebenso großen Schnabel, an den Halbelf. Wie dunkle Wolken lauerten ihre Schwingen vor dem Jungen. Er erwiderte ihren Blick mit Ingrimm, wandte ihn aber ab, als sie näher trottete.

Eine unangenehme Stille folgte, die Bonifas mit einem Räuspern durchbrach:“Also, Aleister, du willst also unbedingt ein Sidhe werden. Gut. Warum willst du das?“

„Hm...“

Der Novize zuckte mit den Schultern.

„Ist doch klar. Gutes Geld, sicherer Posten. Man bekommt ‘ne gute Bildung. Hat seinen Partner an seiner Seite. Kann den Menschen helfen und dem Reich.“

„Aha. Ist das, was du willst, oder was deine Familie von dir erwartet? Immerhin lastet die Bürde auf deinen Schultern, eine lange Linie von Sidhe fortzuführen. Du bist der einzige Fiore hier. Was ist mit dir Ongar? Warum willst du ein Sidhe werden?“

Es klopfte an der Tür und ein Mädchen, ihrem Umhang nach zu urteilen eine weitere Novizin, trat ein. Sie erfasste kurz die Situation und sprach dann kleinlaut:“Ehmm, Bonifas, wegen der Zeremonie...“

Der Mentor schlug die Hände über dem Kopf zusammen. „Ach, das steht ja auch noch an! Mira, tu mir doch den Gefallen und sag Bescheid, ich komme gleich. Fünf Minuten.“

Sie nickte und warf ihren beiden Mitnovizen neugierige Blicke zu, bevor sie verschwand. Bonifas wandte sich wieder Ongar zu. „Gleich habt ihr erstmal frei, ihr wisst schon. Aber diese eine Frage möchte ich noch von dir beantwortet haben, bevor ich euch entlasse.“



vor langer Zeit
Seophara macht Ongar und Aleister gleich klar, wer der Chef ist, während Bonifas sich bei den Jungen erkundigt, ob und warum sie Sidhe werden möchten. Eine Novizin platzt herein und erinnert an eine bevorstehende Zeremonie.

Spieler: Ongar, Aleister
NPCs: Bonifas und Seophara
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Aleister und Ongar

Beitragvon Emma » So 19. Mär 2017, 14:17

-ONGAR-


„Darauf kannst du Gift nehmen. Die warten nur darauf, dass wir was falsch machen, um uns loszuwerden.“

Überrascht sah Ongar seinen Banknachbarn an. Das dieser ihm auf eine Frage antwortete die er sich eigentlich selbst gestellt hatte, damit hatte er nicht gerechnet.
Der riesige Greif von ihrem neuen Mentor plusterte sich auf und gab Ongar gleich noch den Rest.

Auja nach Hause...
Ongar sah wieder das kleine Dorf vor sich. Die Farm seiner Eltern die ihr Geld mit der harten Feldarbeit verdienten. Sein Vater ein herzensguter Mann mit Oberarmen wie ein Bär und seine kleine rundliche Mutter mit den roten Wangen, immer bereit einen Kuchen oder Gebäck aus einen ihrer Küchenschränke zu holen um ihren Kinderchen was Süsses in ihren Schnabel zu stecken...
Er atmete tief ein und ließ seine Gedanken zurückschweifen zu seinen Eltern. zu den glücklichen Tagen auf der Farm, wo er mit seinen 7 jüngeren Geschwistern gespielt hatte.
Natürlich mussten sie auch mit ran, das war keine Frage. Die Feldarbeit lag ihm nicht wirklich. Dafür machte es ihm unheimlich Spaß ihre Ernten auf den Märkten in der Stadt zu verkaufen.
Ongar stellte sich dabei gar nicht schlecht an. Er war redegewannt und schmeichelte den Damen. Die ließen es sich natürlich gern gefallen von so einem kleinen Kerl bedient zu werden- Deswegen landete so manches Geldstück in seine eigene Tasche die er streng geheim hielt und nichs davon ausgab.
Ongar lächelte. Er hatte dieses Säckchen immer noch, nur das sein Inhalt sich inzwischen um einiges verdoppelt hatte und er es jetzt schon in einer kleinen Truhe verstecken musste.

„Wollt Ihr sagen, wir nehmen das hier nicht ernst?“, unterbrach Aleister ihn in seinen Gedanken
„Ich habe es immer gewollt und will es auch jetzt immer noch, und trotzdem Ongar hier sieht auch nicht so aus, als wäre er nur zum Spaß hier. Jeder der hierher kommt, weiß doch, um was es geht. Wir sind nicht dämlich.“

Ongar machte ein ziemlich verdutztes Gesicht als Aleister ihn erwähnte.. um was ging es?
Hellwach verfolgte er das weitere Gespräch in dem Raum.
Ach so, es ging darum warum er ein Sidhe werden wollte....
Ongar verkniff sein Gesicht.
Er wollte nie ein Sidhe werden... Es kam einfach dazu. Eines Tages kam eine Frau an ihren Stand und griff nach den Äpfeln, die der Junge kurz zuvor poliert und schön aufgestapelt hatte. Doch die Frau war anscheiend ein wenig zu hecktisch und schon kullerte der Apfel von ganz oben den Berg hinunter und war kurz davor auf dem Boden zu fallen und unschöne Stellen zu bekommen.
Ongar war gerade dabei einer Frau zu helfen ihre Einkäufe zu verstauen, als er den Fall des Apfels aus seinem Augenwinkeln mitbekam.
Ein heiserer Schrei entglitt seinem Munde und kurz bevor der Apfel den Boden berührte, blieb er einfach mitten in der Luft stehen.
Die Frau die Ongar gerade noch bedient hatte quiekte ebenso auf und zeigte mit den Finger ganz aufgeregt auf den Apfel der immer noch kurz über den Boden schwebte.
Ongars Eltern drehten sich um. Seine Mutter schlug die Hände an ihren Kopf. Sein Vater kniete sich hin, legte seine Hand unter den Apfel und sah seinen Sohn mit großen Augen an. Dann nickte er.
Ongar schluckte, schloss kurz seine Augen.
Der Apfel lag nun in der großen Hand seines Vaters. Die Augen seiner Mutter waren rot und sie streckte ihre Arme nach ihm aus. Wie fremdgesteuert tapste er zu ihr und ließ sich drücken.
Sein Vater erzählte es stolz am Abend in dem Wirtshaus, das sein Sohn ein Magiebegabter ist und er ihn nach Shirga schicken wird.
Das ganze Dorf lebte ihn hoch und er merkte, das ihn nun gar nichts anderes mehr übrig blieb.
Bei seinem Abschied feierten sie ein Dorffest und sein Vater hatte stolz seine Brust erhoben. Seine Mutter weinte in einer Tour. Angeblich aber weil sie sich so freue...
Auch die Fahrt auf den Ochsenkarren nach Shirga redete sein Vater nur davon wie stolz er währe einen großen Krieger in die Familie zu bekommen...
Wieder seufzte Ongar.
Was sollte er sagen? Das er nie im Traum daran dachte ein Sidhe zu werden? Das er nur hierher gekommen war weil seine Eltern sich so darüber gefreut hatten?
Das er lieber auf dem Markt als in einer Kampfarena steht?
Es klopfte an der Tür und ein Mädchen erinnerte Bonifas an die Zeremonie.
Ongar atmete auf. Ein Glück er würde nicht in die Verlegenheitkommen müssen sich was aus den FIngern zu saugen...

„Gleich habt ihr erstmal frei, ihr wisst schon. Aber diese eine Frage möchte ich noch von dir beantwortet haben, bevor ich euch entlasse.“

Ongar erblasste. Er stand auf und sah Bonifas mit festem Blick an ".. Ich wollte schon immer ein Sidhe werden...hohe Kampfeskunst und das Ansehen unter der Bevölkerung.... Ausserdem muss ich Aleister recht geben. Man bekommt gut Geld und ich kann meine Familie unterstützen...

Er sah Bonifas mit großen Augen an. Konnte er seinen neuen Mentor überzeugen?
Bonifas huschte ein Lächeln über das Gesicht. Er schlug wieder eine seiner Pranken auf Ongars Schulter, der diese Zuneigung wieder mit einem lautlosen "uff" beantwortete.
"Also gut" sagte Bonifas. "Ihr habt heute Nachmittag frei. Stellt nichts an und steckt eure Nasen lieber noch mal in Eure Bücher! Wir sehen uns Morgen hier um die selbe Zeit!"
Er drehte sich um gab Seophara ein Zeichen und verschwand aus dem Raum.
"Puh! Glück gehabt!" Ongar atmete hörbar aus. Auf einmal war der Schnabel des Greifen ziemlich nah an seiner Nasenspitze.
Ihre tiefe krächzende Stimme hallte in seinen Ohren.
"Bonifas könnt ihr vielleicht täuschen Jungs, aber mich nicht!"
Ihr blick ging von einem zum anderen.
"Vergeigt eure letzte Chance nicht! Ihr Galgenvögel!"
Und schon war auch sie verschwunden!

Mit einem "Ach Du Scheisse!" ließ er sich wieder auf seinen Schemel fallen. "Das Vieh hat es auf uns abgesehen!"




vor langer Zeit

Ongar Aleister
Ongar schweift mit den Gedanken in die Vergangenheit und lügt Bonifas an

Emma

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Aleister und Ongar

Beitragvon Aleister » So 11. Jun 2017, 15:50

Mit einem "Ach Du Scheisse!" ließ Ongar sich wieder auf seinen Schemel fallen. "Das Vieh hat es auf uns abgesehen!"

Aleister verschränkte die Arme. Seine Augen folgten Bonifas gefiederter Gefährtin, bis der Pinsel ihres löwenartigen Schweifes hinter der Mauer verschwunden war. Ja, sie hatte es auf sie abgesehen, das hatte die Krähe deutlich gemacht. Aber das wäre ja nicht das erste Mal. Zumindest für ihn.

Sein Blick senkte sich, verlor sich auf den Ziegeln des Steinbodens, die nach und nach verschwommen und eine Bühne für etwas Neues bildeten: Erinnerungen an Früher, Worte wie die Seopharas, nur gesprochen von anderen Mündern mit spitzeren Zungen.

„Als du in seinem Alter warst, konntest du schon Kerzenlichter hin- und hertanzen lassen. Bist du sicher, dass es nicht nur ein Zufall ist? Es hat viel geregnet die letzten Tage. Außerdem ist er ein...“

„Ein was?“

Das Beben in der Stimme seines Vaters konnte Aleister bis in seinen Brustkorb spüren. Seine Finger suchten den Stoff der Hose des großen Mannes, bugsierten ihn hinter sein Bein, bloß weg von den Augen der Großmutter. Doch ihre Blick ließ sich genauso wenig abschütteln wie das ekelige Gefühl, dass er in ihm hervorrief. Er durchbohrte ihn wie ein Dolch.

„Ein Halbblut. Anstatt auch nur mit einem von uns zu reden hockst du tagein, tagaus in deinem Zimmer an der Flasche...“

„Nicht vor dem Kind, Mutter...“

„Was, nicht vor dem Kind? Ich wette du möchtest auch wissen, von woher du kommst. Wo du hingehörst. Oder nicht, Aleister?“

Ihre Lippen verzogen sich zu einem wölfischen Grinsen. Auf dem rechten Schneidezahn klebte ein Rest tiefroten Lippenstifts.

Aleister öffnete den Mund, aber kein Wort kam heraus. Natürlich interessierte es ihn. Welches Kind wollte nicht wissen, wer seine Mutter ist?
Mit einem schmerzhaften Ruck befreite sich die Hose seines Vaters aus seinem klammernden Griff. In keinen zwei Sekunden hatte der Sidhe die Wiese zum Anwesen überquert und ließ die Tür in ihre Angeln krachen. Die angespannte Stille, die zwischen Enkel und Großmutter herrschte, strafte das Gezwitscher der Vögel und sanfte Trommeln des Regens gegen das Blätterwerk Lügen.

„Veritas war nicht immer so, weißt du. Er war anders...früher. Vor dir. Was ist nur aus dem Sohn, den ich kenne, geworden!?“

Den letzten Satz rief die Frau so laut, dass man sich sicher sein konnte, dass er seinen Adressaten durch das Mauerwerk erreichte. Aber alles was Aleister hörte, war „Vor dir.“

Ja, ihr Blick hatte ihn stets begleitet, bis er nach Shirga gekommen war. Und von da an hatten seine Lehrer diese Aufgabe übernommen. Jetzt waren es Bonifas und Seophara. Sie alle beobachteten ihn. Sollten sie nur! Eines Tages würden sich alle Augen auf ihn richten und wären sie nicht von Respekt erfüllt, dann eben von Ehrfurcht. Von Angst.

Ob Ongar das wohl kannte? Ob er auch diese Gefühle hatte? Wahrscheinlich nicht.

Ongar sah aus wie jemand, der kein Wässerchen trüben konnte. Jemand, der übersehen wurde, weil er es konnte und wollte. Aber irgendetwas an ihm war anders...Aleister konnte nicht genau sagen was es war, aber der Junge verbarg irgendetwas. So unähnlich sie auch zu sein schienen, zumindest in dem Punkt stimmten sie überein. Jeder von ihnen hatte sein eigenes, kleines, schmutziges Geheimnis. Und sie saßen im selben Boot. Warum also nicht das Beste draus machen? Mal sehen, ob Ongar wirklich das unbeschriebene Blatt war, nach dem er aussah.

„Die kann uns garnichts. Solange wir uns nicht dumm anstellen. Also nochmal offiziell, ich bin Aleister Verdant Imrael Fiore. Aber kannst mich Aleister nennen. Zu schade, dass wir nicht auf ihre blöde Feier eingeladen sind, oder? Aber ich kenne einen Weg, um hinzukommen. Willst du mit? Ich verspreche dir, keiner merkt was. Und es ist allemal besser, als seine Nase in staubige Folianten zu stecken.“

Mit einem selbstsicheren Grinsen reichte der Halbelf Ongar die Hand.



vor langer Zeit
Bonifas und Seophara lassen Ongar und Aleister alleine, die als „Sitzenbleiber“ natürlich nicht zur Sidhe-Abschlusszeremonie und dem dazugehörigem Pipapo zugelassen sind. Aleister, der durch Seopharas Worte eine unangenehme Erinnerung seiner Kindheit erneut durchspielt, fühlt sich provoziert und entschließt sich, Ongar aus der Reserve zu locken. Er zettelt ihn an, sich mit ihm auf die Feier zu schleichen.

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Aleister und Ongar

Beitragvon Emma » Di 13. Jun 2017, 11:51

-ONGAR-

Mit verschränkten Armen und rollenden Augen saß er auf seinem Schemel. Dieses Mitsvieh.
Bonifas schien ja ganz in Ordnung zu sein... Ongar pustete seinen Atem gegen die braune Stirnlocke die ihn immer wieder an der Nase kitzelte.
Aber diese Seophara..
Nun war das Schlamassel perfekt. Kein Partner, keine Abschluss und das Häufchen das diesen riesen Berg von Hinterlassenschaften einer ganzen Viehherde zum explodieren brachte, nun saß er auch noch mit diesem Aleister hier fest...
Ongar schloß kurz die Augen und versuchte ein Funken der Hoffnung zu finden die diese Situation vielleicht nicht ganz so trostlos erscheinen lässt.

„Die kann uns garnichts. Solange wir uns nicht dumm anstellen. Also nochmal offiziell, ich bin Aleister Verdant Imrael Fiore. Aber kannst mich Aleister nennen. Zu schade, dass wir nicht auf ihre blöde Feier eingeladen sind, oder? Aber ich kenne einen Weg, um hinzukommen. Willst du mit? Ich verspreche dir, keiner merkt was. Und es ist allemal besser, als seine Nase in staubige Folianten zu stecken.“

Aleister Hand schoß nach vorne und schwebte wie eine Libelle ein kurzen Moment vor seinem blassen Gesicht.
War dies der Hoffnungsschimmer? Dieser Aleister will sich mit ihm zusammentun? Na, warum nicht. Man konnte ihn bestimmt noch gebrauchen.
"Hast Du auch Lust auf Greifensteak?"

Er schob seine Hand in die von dem Halbelfen "Ongar einfach nur Ongar. Meine Eltern sind zu arm für einen Nachnamen."
Ongar seuftze tief und mit einem traurigen Blick sah er in die Augen seines Gegenüber. Er sah eine Mischung aus Zweifel und Belustigung in dem ersten Jungengesicht.
Ongar grinste nun über das ganze Gesicht. Sprang auf, setzte sich auf den Pult und stellte seine Beine auf den Schemel.
"Erzähl mir von deinem Plan Aleister! Ich bin dabei. Meine Stimmung ist gerade auf einem super Tiefpunkt und so eine kleine Feier würde meiner Stimmung bestimmt gut tun!
Und für die Feier hinterher, habe ich noch eine tolle Überraschung parat"
Er grinste über beide Ohren.





vor langer Zeit

Aleister stiftet Ongar zu einem Besuch der Abschlusszeremonie an. Der freut sich über die Abwechlung und hat einen Plan um sich an den Absolventen zu "rächen".

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Aleister und Ongar

Beitragvon Aleister » Di 27. Jun 2017, 15:56

Aleister konnte nicht anders, als schelmisch grinsen. Hervorragend. Zumindest war das Landei kein Langweiler.

„Eine Überraschung?“ Überraschung. Dieses Wort, was Jung und Alt ein freudiges Gefühl verschaffen sollte, hinterließ bei dem Halbelfen eher einen bitteren Nachgeschmack. Am liebsten war es ihm, wenn er wusste, worum es ging und noch besser, wenn er kontrollieren konnte, worum es ging. Aber naja. Würde wohl schon gehen. Ongar sah nicht wie jemand aus, der das Risiko suchte. Eher wie jemand, der einen großen Bogen darum machte.

„Einverstanden. Freut mich, Ongar. Bis wir das überdimensionierte Hühnchen braten können dauert es wohl noch etwas, aber fangen wir klein an. Du kennst doch die Küche?“

Aleister schaute hinter sich, um sich zu vergewissern, das auch wirklich niemand anderes da war, oder an den Wänden plötzlich Ohren wuchsen. Man wusste ja nie in diesem Schuppen. Würde ihn nicht wundern, wenn Seophora plötzlich kopfüber an der Decke hing und sich ohne Vorwarnung mit einem Schrei des Entsetzens auf sie stürzen wurde.

„Ich musste da mal aushelfen für zwei Wochen. Es gibt eine Falltür mit einem Gang, wo die Küchenabfälle raustransportiert werden. In der Ecke ist kaum einer und die Chefin mag mich ganz gerne. Wenn das Fest zugange ist, werden die alle so beschäftigt sein, dass sie garnicht merken, wie wir durchschlüpfen - und ein kleines Klettermanöver entfernt vom Zeremoniengarten sind.“

Der Sidhe-Novize ließ die Worte etwas sacken und studierte neugierig Ongars Reaktion, bevor er fortfuhr.

„Von dem Dach hat man eine gute Aussicht. Unsere eigene, kleine Tribüne. FALLS du dich nicht trauen solltest, dich mit mir unter die Menge zu mischen, hast du einen guten Platz. Aber ich möchte sehen, wie das so ist, da unten zu sein. Dann wissen wir was uns erwartet. Oder eben auch nicht.“

Ohne abzuwarten, ging er zur Tür. „Beeilen wir uns besser. Soviel Zeit ist auch nicht mehr.“



vor langer Zeit
Aleister erklärt Ongar, wie sie zur „Tribüne“ für die Sidhe-Zeremonie kommen und dass er nicht vorhat, die ganze Zeit als Zuschauer dort zu verweilen. Kurz darauf zeigt er sich aufbruchsbereit für ihre kleine Schandtat, denn die Vorbereitungen sind schon im Gange.

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Aleister und Ongar

Beitragvon Emma » Di 27. Jun 2017, 20:36

-Ongar-



"Aushelfen?" diesmal war es an Ongar schelmisch zurückzugrinsen. Die Wahrscheinlichkeit, das Aleister in der Küche aushelfen durfte ist wohl eher gering. Er schätze, das dieses Aushelfen in der Küche wohl eher auf eine Strafe beruhte.
Es gab den ein oder anderen Dozenten an dieser Schule der mit "Sozialarbeit" bestrafte.
"Falltür mit einem Gang, das klingt richtig gut."
Ongar rutschte vom Tisch hinab und packte seine Sachen.
"Hör zu, ich muss noch schnell in meine Kammer... ich würde sagen wir treffen uns in ca 10 Minuten an der Küche. Ich beeile mich, versprochen."
Und schon drängte er sich an Aleister vorbei durch die Tür und nahm die Beine in die Hand.
Das wird ein Spaß.
Er huschte durch die Schule und sprang die Treppen in einer enormen Geschwindigkeit hinauf indem er zwei Stufen auf einmal nahm.
Auf einmal hielt Ongar in seinem Lauf inne. Im dem dunklen Gang vor sich hörte er Schritte. Ongar zog die Kapuze in sein Gesicht und glättete seine Novizenkutte. Er atmete tief durch und ging gemessenen Schrittes an dem Lehrer vorbei. Nur nicht auffallen und immer unsichtbar bleiben.
Und richtig der Lehrer hob nicht mal seinen Kopf und schenkte Ongar keinerlei Beachtung.
Endlich bei seiner Kammer angekommen, öffnete er die Tür und huschte hinein.
Die Bücher flogen in einem hohen Bogen auf seine Pritsche. Sein Zimmer kollege war natürlich nicht da. Er wird bestimmt auch auf der Feier zu finden sein.
Ongar stellte den Holzstuhl unter die Türklinke, sodaß sie nicht mehr von aussen geöffnet werden konnte.
Nun öffnete er seinen Schrank.

Die Rückwand war mit drei kleinen Handgriffen gelöst und zeigte nun die nackte Wand von seinem Zimmer. Vorsichtig zog er an einem der Steine. Dieser hinterließ eine schöne Öffnung in der Wand.
Die Hand des Jungen schob sich hinein und beförderte etwas aus dem Loch hinaus direkt in eine Faltentasche seiner Kutte.
Ein dickes Grinsen erschien auf dem blassen Gesicht des Jungen.
Schnell versetzte er seine Kammer wieder in den Ursprung zurück, sah sich noch einmal kurz um ob alles wieder an seinem Platz war und zog die Holztür zu seiner Kammer hinter sich zu.

Nun nahm er die Beine in die Hand. Aleister wartete bestimmt schon auf ihn.
Und richtig. schon sah er die hohe Gestalt des Jungen mit den langen hellen Haaren.
Er hob seinen Daumen um Zeichen, das es nun losgehen konnte, öffnete die Küchentür und ließ Aleister als erstes den Raum betreten.





Vor langer Zeit
Ongar läuft schnell in seine Kammer und holt etwas aus seinem Versteck bevor er zu Aleister in die Küche geht

Aleister und Ongar

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Aleister und Ongar

Beitragvon Aleister » Sa 1. Jul 2017, 16:50

Aleister stolperte fast, als Ongar sich an ihm vorbeidrängte und ihm nur noch ein "Hör zu, ich muss noch schnell in meine Kammer... ich würde sagen wir treffen uns in ca. 10 Minuten an der Küche. Ich beeile mich, versprochen." zuwarf.
„Sicher.“, entgegnete er, die Wogen seines Mantels sorgsam glättend, aber seine Worte erreichten ihn nicht mehr.
Fasziniert beobachtete er, wie die Füße seines neuen Gefährten voller Inbrunst über den Steinboden davonschlitterten.
Was auch immer es mit dieser Überraschung auf sich hatte, es versetzte ihn in helle Aufregung. Genug, um für einen Moment zu offenbaren, was sich hinter der Mauer des Schweigens versteckte, die den blassnasigen Novizen umgab.

Auch wenn er für Ongar eine gewisse Sympathie empfand - was nicht letztendlich an der Situation lag, in der sie beide sich empfanden - so würde Aleister es doch klar bevorzugen wenn er für sich behielt, was immer er zu unterdrücken gelernt hatte.

Schulterzuckend setzte der Halbelf seinen Weg in Richtung Küche fort, die Schultern gerade, das Kinn gereckt. Die Blicke und das Flüstern der vorbeiziehenden Novizen schwebten irgendwo in Sphären unter ihm, genau wie ihre Köpfe. Leer wie das Gefasel, das aus ihren Mündern quoll. Ein schwacher Trost, wenn er bedachte, dass ein Rindvieh wie Patalder einen Partner abgesahnt hatte, er jedoch nicht.

„Aleister. Du schaust schon wieder so grimmig.“, riss eine helle Stimme den Novizen aus einer Gedankenspirale, die drohte, rapide abwärts zu führen. Fast war er ihr dankbar.

„Neriem? Solltest du nicht auf dem Weg zur Feier sein?“, entgegnete er, ohne sich zu ihrer Quelle umzudrehen.

„Dachte, ich schau mal nach dir. Bonifas kümmert sich jetzt um dich, hab ich gehört? Du kannst dich glücklich schätzen, er scheint sehr nett zu sein.“, plapperte sie in einem fort, während sie den Halbkreis um den Jungen vollendete und ihn mit einem schelmischen Zwinkern begrüßte.

Verlegen wandte er den Blick ab. „Kann schon sein. Bin wenigstens nicht der Einzige.“

„Ja, hab es gehört. Irgendwas mit „O“, nicht wahr? Oskar vielleicht? Hab ihn kurz gesehen, aber irgendwie kommt er mir nicht bekannt vor. Du fällst ja gleich auf, aber das ist ja auch nicht schwer. Sag, bist du schon wieder gewachsen?“ Sie lachte.

Das musste sie gerade sagen. Mit ihrem langen, lockigen, weißblonden Haar und ihrer zierlichen Gestalt war Neriem eine Königin unter den restlichen Novizinnen, zu denen die Pubertät weitaus weniger gönnerhaft gewesen war, so fand er. Er mochte keine Mädchen, fand sie einfältig und geschwätzig, aber sie...mochte er sie? Er wusste es nicht. Er wusste nur es war schwer, sie anzuschauen. Sie, die so anders war als er - beliebt und geliebt, von Schülern und Mentoren gleichermaßen. Das einzige, was sie eigentlich gemeinsam hatten, war ihr elfisches Erbe. Bei Neriem schlummerte dieses jedoch nur in großmütterlicher Seite, wenn er sich nicht irrte. Eine „Viertelfe“ scherzte sie stets und dass sie als „ einzige Spitzohren hier zusammenhalten mussten“. Ihre einzige andere Gemeinsamkeit, den Novizenstatus, würde sie heute Nacht verlieren, zusammen mit vielen anderen.

„Ein Einhorn, hab ich recht? Glückwunsch. Es passt zu dir.“, überging Aleister ihr Gescherze und streifte ihre Gestalt kurz mit seinem Blick. Es war wirklich zu passend, dass ein solch reines Geschöpf sich zu ihr gesellte. Einhörner waren nur wenigen als Partner vergönnt und ungefähr genauso selten wie Drachen. Wenn nicht noch seltener. Eine Sidhe, wie aus einem Bilderbuch.

„Lunielle heißt sie.“, erzählte sie voll Stolz. „Ich stelle sie dir gerne vor, heute...ich meine, morgen oder übermorgen. Wenn Zeit ist. Ehm...es tut mir leid, dass es nicht geklappt hat. Aber gibt nicht auf, Aleister, ja? Ich glaube ganz fest daran, dass du deinen Partner - oder deine Partnerin - findest.“, schwenkte Neriem um und lächelte. Zum ersten Mal hielt er ihrem Blick stand. Sekunden vergingen, die sich wie Minuten anfühlten.

Lunielle... Einhornartiger konnte ein Name wohl nicht sein. Aber er war nicht neidisch. Er gönnte es ihr. Aber nur ihr.

„Ich muss jetzt los.“, schnitt Aleister das Gespräch ab. Nicht nur, dass der Blickkontakt langsam peinlich wurde, jetzt weckte er auch noch ihr Mitleid.

„Dann...man sieht sich ja?“

Eine Hand erhoben, machte er sich von dannen, tief in Gedanken versunken.

Den Küchenkomplex konnte der Novize wittern, bevor er ihn überhaupt sah. Düfte von gebratenem Fleisch, exotischen Gewürzen - die seiner heimischen Küche nicht unähnlich - und Wein schlugen ihm ins Gesicht wie ein tonnenschwerer Hammer.
Alkohol. Aleister rümpfte die Nase. Wenn er einen Geruch hasste, dann diesen. Dieser Gestank von süßlich-saurer Verwesung. Es reichte, dass er Zuhause jahrelang aus jeder Pore seines Vaters damit bombardiert worden war. Die Erwachsenen hier waren nicht anders. Oder waren es bloß die Sidhe, die so gerne nach der Flasche griffen? Nein, wahrscheinlich nicht. Egal wer, sie alle suchten ihren Trost in der Flasche, das hatte er gelernt.

Sich mit der Hand notdürftig das bisschen an geruchsneutraler Luft zufächelnd, das noch vorhanden war, wartete er auf Ongar, der wie versprochen nicht lange auf sich warten ließ. Mit erhobenem Daumen erreichte er alsbald seine Seite, mit einem Brustkorb, der pumpte wie ein Blasebalg.

„Du bist ganz schön flink. Dann gehen wir mal.“

Aleister öffnete die Tür zur Küche und eine Wand aus den Gerüchen, die schon draußen so allgegenwärtig war, kam den Jungen entgegen. Die Küche selbst war geräumig und, wie konnte es anders sein, im Moment sehr belebt. Köche und Mägde umringten einen großen Küchenkomplex, wie es sie sonst nur in Herrenhäusern gab, auf dem zahlreiche Töpfe und Pfannen schmorten; ein heilloses Gewirr aus Gelächter, Geplapper und Befehlen sprang zwischen den erhitzten Köpfen umher. Keiner nahm auch nur Notiz von den Jungen, die sich leise eingelassen hatten.

„Ich glaube, Erklärungen sind heute nicht notwendig.“, bemerkte Aleister trocken und deutete Ongar mit einer Handbewegung, ihm zu folgen. Wie ein Wiesel huschte der größere Junge zwischen den umhereilenden Körpern umher, weit nach hinten, wo das Personal sich merklich verringerte und sie alsbald abgeschnitten waren vom Geschehen weiter vorne. In diesem halboffenen Raum war niemand mehr, jedenfalls im Moment, wie Aleister freudig bemerkte. Er grinste Ongar zu und tappte dann mit seinem Fuß gegen eine Falltür, die im Holzboden fast nicht auffiel.

„Das ist sie. Einer der möglichen Gänge zur Speisekammer, was auch interessant sein kann, und zu unserem Ziel.“

Mit einem Schwung öffnete der Halbelf die Tür und ließ Ongar als erstes ein, bevor er wieder die Führung übernahm und sie beide schnurstracks durch die Speisekammer führte. Ganz ohne Umwege zu den Köstlichkeiten, deren Zahl an anderen Tagen wahrscheinlich großzügiger ausfiel. Eine Treppe führte nach oben. Die Luft hier begrüßte sie mit dem fauligen Geruch von Abfällen, die irgendwo hinter einer Ecke schmoren mussten. Die schmale Gasse selbst, umrahmt von fensterlosen Gebäuden, führte geradeaus leicht nach oben und vor einer Wand, behängt mit Klettpflanzen, blieb er dann endlich stehen. „Hier ist es. Ist nicht allzu weit nach oben. Und die Dinger hier halten ganz schön was aus.“

Aleister griff nach einer Handvoll der Pflanzen und krallte sich daran fest. „Du kannst hinter mir her, wenn du dich unsicher fühlst. Aber ich habe das Gefühl, ist nicht dein erstes Mal.“

Mit behäbigen Bewegungen quälte der Halbelf sich nach oben. Er hasste klettern. Ein Meter mehr und er hätte diesen Ort vielleicht nie entdeckt. Oben angekommen zog er sich aufs Dach und wartete er auf seinen Kumpanen, der aussah, als würde ihm die Kraxelei um einiges leichter fallen.

Die Aussicht war wie versprochen - hoch gelegen, aber nicht zu hoch und den Zeremonienplatz gut im Blick. Neben ihnen stand ein Turm so günstig gelegen, dass man schon ganz genau gucken musste, um die beiden zu entdecken. Das Dach schrägte sich in Richtung Platz dann etwas ab, was esbeiden Novizen ermöglichte, zu sitzen. Noch war unten nicht viel los, aber bald würde sich das ändern.

„Ich wünschte, wir hätten was mitgehen lassen. Aus der Speisekammer meine ich.“ Mit einem Seufzen ließ Aleister sich nieder und beobachtete die Gesichter unten die er kannte oder auch nicht.




vor langer Zeit
Aleister trifft auf dem Weg zur Küche Neriem, eine weitere Novizin seines Jahrgangs, die versucht ihm Mut zuzusprechen. Er wimmelt sie ab und wartet vor der Küche auf Ongar, mit dem er problemlos bis aufs „geheime Dach“ schleichen kann.

Spieler: Ongar, Aleister
NPCs: im Moment keine
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Aleister und Ongar

Beitragvon Emma » Do 20. Jul 2017, 10:28

Aleister öffnete die Tür zur Küche.
Ongar duckte sich automatisch hinter dem großen Jungen. Nicht das er sich hätte ducken müssen, war Aleister doch nun wirklich mindestens eineinhalb Köpfe grösßer als er.
In der Küche war ein richtiges Gewusel. Töpfe und Pfannen wurden hin und hergetragen, Gemüse und Fleisch zerteilt und zubereitet.
Es stömten die verschiedenen Gerüche auf die Jungen ein und Ongars Magen wagte es doch tatsächlich und begann dem vermeintlichen Mittagessen entgegenzubrummen. Er sah sich kurz um.

„Ich glaube, Erklärungen sind heute nicht notwendig.“,und mit diesen Worten deutete er Ongar ihm zu folgen.
Sie huschten durch die Küche und Ongar war erstaunt, daß niemand sie bemerkte oder bemerken wollte. Diese Eigenschaft hatte er sich eigentlich immer selbst zugeschrieben, aber anscheinend waren andere auch darin bewandert.
Auf einmal stopte der große Junge und trat mit einem Fuß gegen eine Falltür.
Eine Tür zur Speisekammer..
Irritiert sah er zu Aleister hoch, der aber öffnete mit einem Schwung die Tür und gab ihm das Zeichen als erstes hindurchzuklettern.
Dann drängte er sich wieder an ihm vorbei und führte Ongar an sämtlichen Köstlichkeiten die hier lagerten vorbei zu einer Treppe die nach oben führte.

Ongar hielt sich die Nase zu. Der Müllhaufen durfte nicht allzuweit weg sein. Endlich blieb Aleister vor einer Mauer stehen die an denen sich eine Schlingpflanze emporrankte.
„Hier ist es. Ist nicht allzu weit nach oben. Und die Dinger hier halten ganz schön was aus.“
Aleister sah Ongar fest in die Augen, dann ginste er und bemerkte
„Du kannst hinter mir her, wenn du dich unsicher fühlst. Aber ich habe das Gefühl, ist nicht dein erstes Mal.“

"Oh Kriechspindel.." bemerkte Ongar instinktiv und griff ebenfalls beherzt in die Pflanze und begann den Aufstieg.
Sein Kumpel schien nicht ganz so bewandert im klettern wie er selbst, deswegen blieb Ongar lieber hinter ihm, falls er doch mal den Halt verlieren könnte. Aber zum Glück schafften es beide und die Aussicht war absolut gigantisch.
Die Jungs sassen auf der Mauer und ließen ihre Beine herunterbaumeln.
„Ich wünschte, wir hätten was mitgehen lassen. Aus der Speisekammer meine ich."
Ongar sah Aleister grinsend an.
Dann zog er aus seinem Umhang vier Specktörtchen heraus. Es waren ein paar Kleiderfussel dran und auch waren sie an der einen oder anderen Stelle etwas eingedrückt, aber das konnte einem hungrigen Jungenmagen nun wirklich nicht stören.
"Mensch Al! Das ist ein gigantischer Platz" sagte Ongar nachdem er herzhaft in eines der Törtchen hineingebissen hatte.
Nicht weit unter ihren Füssen war ein gigantisches Buffet aufgebaut. Die Tische bogen sich unter den Lasten aus Fisch, Fleisch, Gemüsen und süssen Speisen, daß einem wahrlich das Wasser im Munde zusammenlaufen lies.
"Nun zu meiner Überraschung!" Er holte das Fläschen aus seiner anderen Tasche hervor und präsentierte das Ongar wie einen seiner größten Schätze!

"Hier habe ich Saft aus Chacruna und Virola carinata..."

Die Gewünschte Reaktion von Aleister blieb völlig aus. Statt große Augen und eventuel ein Grinsen auf seine schmale Lippen zu kriegen, sah er Ongar nur völlig verwirrt an.
Ongar beugte sich verschwörerisch vor."OK, das sind Pflanzen die Halluzinationen hervorrufen..."

Anscheinend hatte Aleister keine Ahnung was Ongar für einen riesen Schatz in den Händen hielt. Also legte er sein Specktörtchen vorsichtig neben sich auf den Mausersims, öffnete das Fläschchen und stellte es auf seine Handfläche.
Er stierte es an und konzentrierte sich.
Ohne Partner war sein Zauber nicht wirklich stark aber bis zum Buffet müsste es reichen.
Und wirklich die Flasche begann erst zu zittern und schließlich hob sie von seiner Handfläche ab. Sie schwebte langsam hinunter zum Buffet, auch wenn sie dabei hin- und herschwankte wie als ob sie selbst zu viel getrunken hätte.
Ongar hatte schon Schweiß auf der Stirn und seine Hände mit denen er inzwischen den Mauerrand umklammerte zitterten.
Die Flasche drohte mehrere Male abzusacken und ließ mit jedem Absacker einen Schwung Elexier auf dem Buffet fallen.
schliesslich blieb sie über der großen Schale mit der Bowle stehen.
Ongar schloß die Augen er stellte sich jetzt vor, wie deine Flasche kippte und den restlichen Inhalt nun in die Bowle goß.
Er atmete tief ein:"Scheiße!"
Und mit einem Plopp viel das komplette Fläschchen in die große Schüssel hinein und sank auf den Boden.
"Naja, immerhin ist sie angekommen....."




Vor langer Zeit
Ongar folgt Aleister durch die Küche auf eine Mauer von der sie die Feier gut im Blick haben. Ongar befördert sein Fläschchen mit einer haluzinogenen Flüssigkeit quer über das Buffet und in die Bowle.

Ongar und Aleister

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Beitragvon Aleister » Mi 16. Aug 2017, 01:30

Neidvoll beobachtete Aleister die emsigen Mägde Shirgas dabei, wie sie festlichste Speisen auf die langen Bänke verteilten - Pasteten, Brote, Kuchen, Wurst, Salate, alles was das Herz begehrte. Und in einer Menge, mit der man eine kleine Armee sattkriegen konnte. Die Warmspeisen würden dann wohl nach dem großen Bla Bla Bla kommen.

Drei weitere Damen schleppten Behälter mit Getränken heran, bunte Säfte für die jüngeren Sidhe und alkoholische für die Älteren. Einen Sonderplatz auf einem Tischchen, der etwas abseits stand, erhielt eine große Schüssel Bowle. Vollreife Früchte schwappten lebhaft mit jedem Schritt in einer Flüssigkeit, die von der Farbe einem guten Rotwein Konkurrenz gemacht hätte. Stöhnend ließ die dickliche Magd sie auf den Tisch plumpsen und wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn.

Aleister verzog das Gesicht. Wie ekelhaft! Hätte sie damit nicht warten können, bis sie etwas weiter von der Bowle weg war? Naja, egal. War ja nicht so, als ob er oder Ongar sie probieren konnten. Vielleicht würde sich ja noch die ein oder andere Fliege oder Mücke für das gewisse Extra dazugesellen...ach nein. Jetzt deckte sie die Bowle ab. Und dann noch schlampig. Bei der Lücke hätte sie den Stoff auch gleich lassen können.


Die wenigen Gäste, die bereits durch den Hof spazierten, flankierten schon bald die Tische und kommentierten die Arbeit der Köche mit Lobgesang und reibenden Händen. Nur das Klackern und Klirren der Teller und Tassen übertönte sie. Eine Schande, das sie nicht auch dort unten saßen. Nicht, dass der Junge Feiern besonders mochte. Die paar, die bei ihm Zuhause abgehalten wurden, hatten ihm gereicht. Aber die Köstlichkeiten war es immer wert gewesen.


Ein lauer Wind trug einen verführerischen Kuchenduft von unten in die Jungennasen. Unter ihrem Platz tauchte eine Magd mit einem Küchenjungen in Begleitung auf, der zwei Platten Speckkuchen trug. Im Gegensatz zu den anderen Kuchen war der bereits mundgerecht in Stücke geschnitten. Viel konnte man von ihrem Gespräch nicht hören, aber ein „Wenn ich denjenigen erwische!“, „Unmöglich!“ und „Wie sieht das denn jetzt aus!“ wurde in regelmäßigen Abständen von der Frau herausposaunt. Unter der weißen Kopfbedeckung glühte ihr Kopf wie eine Tomate.

Oh, oh! Da hatte wohl jemand genascht. Der Halbelf musste schmunzeln. Doch es wurde noch besser.

Der Kuchenduft, den die wütende Magd mit sich genommen hatte, drang plötzlich aus Ongars Richtung. Hatte er vor lauter Hunger schon Halluzinationen? Aleister drehte sich zu seinem Kletterkumpanen, der, ein breites Grinsen im Gesicht, vier Specktortenstücke aus seinem Umhang hervorfischte. Was war der Kerl, ein Zauberer? Nein. Aber ein verdammter guter Dieb, wie es aussah. Er hatte gar nicht mitbekommen, dass Ongar sich aus der Speisekammer oder Küche etwas geschnappt hatte.

„Das kommt ja wie gerufen. Ehm, danke dir.“ Ihm zunickend nahm er ein Stück entgegen und nahm es dann in Augenschein. Es stimmte, keine Fluse und keine Delle hätte einen hungrigen Jungen gestört. Aber da kannte Ongar Aleister schlecht.

„Mensch, Al! Das ist ein gigantischer Platz!“, bemerkte der blasse Junge, vergnügt auf seinem Stück Specktorte herumkauend. „Ja, ziemlich.“, kommentierte dieser nur abwesend, jedes Krümelchen Fremdmaterial aus seinem Kuchen pickend. Erst, als er wirklich nichts mehr entdecken konnte, biss er zaghaft davon ab. Einen Moment lang würdigte er den süßen Geschmack, der sich in seinem Mund verteilte und sagte dann:“Ich glaube, sonst wird hier trainiert.“

„Nun zu meiner Überraschung!“ Aus seiner anderen Tasche holte Ongar eine breithalsige Flasche, deren Glas grünlich schimmerte. Etwa bis zur Hälfte schwappte eine undefinierbare Flüssigkeit darin umher, aufgeschreckt durch die hurtige Bewegung. Seine Augen leuchteten auf als er erklärte:“Hier habe ich Saft aus Chacruna und Virola carinata..."

Schon beim zweiten Wort hörte Aleister nicht mehr zu. Er kam sich vor, als wäre er versehentlich in eine Botanikstunde geplatzt. Was erzählte der da?
In übertriebener Manier hob er einen Mundwinkel und beide Augenbrauen und glotzte Ongar unablässig an. Der Junge verstand sein Signal und unterbrach. Dann beugte er sich vor und wisperte:"OK, das sind Pflanzen, die Halluzinationen hervorrufen..."

„Halluzinationen? Aha...“ Was hatte Ongar vor? Er wollte doch nicht etwa, dass sie sich zusammen auf dem Dach mit Rauschmitteln zudröhnten? Er war vielleicht tief gesunken mittlerweile, aber so tief nun auch wieder nicht. Bevor er das klarstellen konnte, hatte sein Kumpel das Fläschchen schon geöffnet und auf seine Handfläche gestellt.

„Ehm...“

Aleister hatte eigentlich damit gerechnet, dass Ongar einen Schluck davon nehmen würde. Nun tat er etwas ähnlich Seltsames: Er starrte sie mit gerunzelter Stirn an.

Ist das...eine Art Ritual?

„Ongar...“

Die Flasche zitterte und hob dann ab. Das also hatte er vorgehabt? Er wollte Magie wirken? Noch bevor Aleister fragen konnte warum, schwante ihm Übles. Und es bestätigte sich. Schnaufend und pustend ließ Ongar, der Junge von dem Aleister dachte, er könnte kein Wässerchen trüben, die Flasche in Richtung Büffet schweben. Das Glas bahnte sich seinen Weg über die Speisen, eierte dabei jedoch so herum, das hier und da ein paar Spritzer auf dem Essen landeten.

„Was machst du da!?“, zischte Aleister. Ja, war der denn des Wahnsinns fette Beute? Vor seinem geistigen Auge sah der Novize schon seinen Ausschluss aus dem Orden, den Scham und die Schmach, mit der er Zuhause empfangen würde...

Er wollte ihn, musste ihn stoppen! Aber er kam aus seiner Lähmung nicht heraus. Alles, was sich bewegte, waren seine Augen, immer der tanzenden Flasche hinterher, die wundersamerweise noch keine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Dann war es zu spät. „Scheiße!“, knurrte Ongar. Mit einem finalen Zittern plumpste das Gemisch genau über die Öffnung von der Fruchtbowle. Es platschte laut. Dann war sie weg.

Aleister starrte Ongar an, als sei er von allen guten Geistern verlassen. Der schien seine Auflösung völlig falsch zu interpretieren und grinste verlegen:“Naja, immerhin ist sie angekommen...“

Der Halbelf schaute erst zur Bowle, dann wieder zur Ongar, dann wieder zur Bowle und wieder zu Ongar. „Wenn...das jemand gesehen hätte... Wir wären so geliefert gewesen. Und wir können es immer noch sein. Bei den Zwillingsgöttinnen, bist du verrückt!? Oh, meine Fresse...!“

Über das Mäuerchen gebeugt, schaute Aleister nach der der Bowle, um die sich schon die ersten Interessierten scharten. Es wirkte nicht so, als würde sie etwas beunruhigen. Die intensive Farbe des Getränks mochte die Flasche ja noch kaschieren, aber der Nächstbeste müsste sie ja nur in seiner Kelle finden...

„Ongar...was genau ist das für ein Zeug? Ich meine, wie stark sind diese Halluzinationen? Wo hast du das überhaupt her, Mann!?“

Den Novizen sah er nun in einem völlig anderen Licht. Unter der schlichten Schale steckte ein Teufelskerl! Und was für einer! Ein wenig durchgedreht vielleicht, aber glücklicherweise niemand, den er seinen Feind nennen konnte. Wenn Aleister das nicht mal bereuen würde, ihn mitgenommen zu haben...er hatte keine fünf Minuten gebraucht, um ihn aus der Fassung zu bringen, eine Leistung, die nicht einmal Clement Patalder für sich beanspruchen konnte.

Das Fläschchen noch irgendwie mit einer waghalsigen Aktion aus der Schüssel zu angeln, konnten sie jedenfalls vergessen. Der Hof füllte sich jetzt zusehends mit mehr und mehr Sidhe. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis der Obere erschien und die Zeremonie einleitete.



vor langer Zeit
Dankbar nimmt Aleister Ongars Präsent an, ist dann aber entsetzt, als dieser eine Flasche mit „halluzinogenen Pflanzen“ in die Bowle des Büffets befördert. Von dieser Wendung seines Charakters beeindruckt und erschrocken zugleich, hofft er, dass die Wirkung noch milde ausbleibt, um sie nicht in Probleme zu bringen, denn die Ersten nehmen die Bowle schon genauer in Augenschein.

Spieler: Ongar, Aleister
NPCs: diverse
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Beitragvon Emma » So 22. Okt 2017, 15:52

[sorry... ich dachte irgendwie Al ist dran (schääääääm)]

-Ongar-

Das Gestammel von seinem Nachbarn ließ Ongar wie eine schwache Frühlingsbriese über sich hinwegwehen.
Er hatte ihn geschockt. So viel war klar.
Doch Ongar war das gleich. Endlich hatte er seine Rache bekommen. Seine Rache für die letzen Jahre die er in dieser verhassten Schule verbringen musste. Seine Bestimmung war der Hof, der Markt und das Geld was man damit verdienen konnte.
Diese soziale Schiene die sie hier versuchten einen zu vermitteln war ihm ein Graus. Er war sich selbst der nächste. Er brauchte niemanden.
Seine AUgen verengten sich, als der Oberste der Schule auf die kleine Tribühne trat um seine ergreifende Rede zu beginnen.
Al neben ihn war auf einmal meilenweit entfernt.
Bonifas hatte sich inzwischen einen Platz neben dem Buffet ergattert und mit einem leisen Lachen sah Ongar wie er verstohlen eine kleine Pastete klaute um sie mit einem schnellen Schwung in seinem Mund verschwinden zu lassen. Seophara stand neben ihm und warf ihn einen bösen Blick zu während sie mit dem Kopf wackelte.
Ihr Mentor grinste den Greifen mit einem freundlichen Pastetenlächeln an und stibitze in einem unbeobachteten Moment noch eine.
Seophara rollte betont langsam die Augen und deutete mit einem Nicken auf den Obersten der gerade dabei war jeden einzelnen Schüler zu sich aufs Podium zu rufen um ihnen persönlich die Urkunde für die bestandende Sidhe - Prüfung zu überreichen.

Auch die zweite Pastete verschwand in Bonifas Mund und Onger stieß mit dem Ellenbogen Aleister an. Er zeigte in die Richtung ihrer Dozenten und grinste über beide Wangen.
"Da sieh, es beginnt schon...."
Bonifas hatte seinen Kopf gehoben und sah Seophara mit einem verklärtem Blick an.
Der Greif wirkte ein wenig irritiert, so wie ihr Partner sie anhimmelte. Sie schüttelte mal wieder voller unverständniss den Kopf und blickte wieder nach Vorne, wo ja das eigendlich wichtige Geschehen statt fand.
Bonifas schwankte ein wenig und lehnte sich mit einem gefühlvollen Seufzen an die Greifin.
Seophara die mit so einem Verhalten gar nichts anfangen konnte, zuckte zusammen und stierte inzwischen fast schon nach Vorne.
Bonifas kuschelte sich inzwischen an ihr, hatte die Augen seelig geschlossen und bohrte mit dem Zeigefinger kleine Löcher in ihr weißes Fell um diese dann wieder betont gefühlvoll glatt zu streichen.
Seopharas Blick war zum Schreien. Ihre Mimik starr und ihr Hirn schien gerade verarbeiten zu wollen, was da an ihrer Seite geschah..

Ongar hielt sich die Hand vor dem Mund um nicht laut loszulachen.
Dann drehte er sich zu Aleister um.
"Lange können wir nicht bleiben. Also geniesse es. Diese Blilder wirst Du nie vergessen." Er holte seine Taschenuhr hervor, öffnete sie mit einem leisen Klick und sah drauf.
"Ich würde sagen, noch 5 Min, dann sollten wir hier weg und zu unserem Alibi...."
Mit leuchtenden Augen sah er wieder auf die Ansammlung zu seinen Füssen.
Der Oberste hatte inzwischen allen Schüler gratuliert und eröffnete nun gleich das Buffet.




Vor langer Zeit

Ongar sieht wie Bonifas benebet durch die Pasteten an Seophara ranmacht und eröffnet Al, das sie bald hier weg müssten.

Aleister ,NPC Ongar

Emma

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