Zum Fröhlichen Anker

Größte Hafenstadt von Thalia

Moderator: Taran

Zum Fröhlichen Anker

Beitragvon Humen » So 27. Sep 2015, 21:35

Humen sah Talibor gelassen nach und lächelte kühl in sich hinein. “Wir werden sehen ob ich es bereue…” Als die Tür ins Schloss fiel, stand der General der Zar’Dras auf, legte seinen Waffengürtel mit Geldkatze, Messer und Peitsche ab und hängte sie über die Stuhllehne, ehe er zum Fenster trat und auf die Dächer der Stadt hinausschaute. Die Sonne ging gerade unter und tauchte die roten Schindeln des Ortes in ein helles Orange. In diesem Licht betrachtet, wirkte Port Amun harmonisch und friedlich. Doch in seinem Inneren war es wohl das dunkelste Loch Thalias. Wie er nun dort am Fenster stand und die Dächer betrachtete, wurde er doch etwas wehmütig. Fünfzehn Jahre ist es nun her, wo er Vodras nach Torlamun folgte, zusammen mit ihm und den wenigen übrigen Verbündeten eine Siedlung errichtete, Höhlen in den einsamen Berg trieb und eine Trotzburg errichtete, inmitten des scheinbar leblosen Landes. Doch was hatten sie in diesen wenigen Jahren alles geschafft? Sie hatten einen festen Platz zum Leben gefunden, doch anstatt sich damit zufrieden zu geben, wird Vodras von Neid auf die Thalianer zerfressen.

Was würde geschehen, wenn Humen nun einfach hier bleiben würde, hier in Thalia und Port Amun? Sich eine neue Existenz aufbauen würde? Sein Kiefer verkrampfte sich schmerzhaft und verbissen wandte er sich vom Fenster ab. Dieser Gedanke war absurd. Vodras duldete keine Aussteiger und selbst als bester Kämpfer der Zar’Dras würde er sich nicht wehren können und sein Leben wäre ab dem Moment verwirkt wo er den Kontakt zu Vodras abbrechen würde. Mit dem Tag, wo er Vodras in die Schlacht vor Gil’Leading folgte, hatte er seine Freiheit verwirkt. Selbst als zweiter Anführer - oder gerade deshalb - war er an einen unausgesprochenen Eid gebunden. Seine Anwesenheit in Port Amun war ein Risiko - als einer der meist gesuchtesten Männer in Thalia befand er sich auf dünnen Eis. Mit den einfachen Kopfgeldjägern würde er fertig werden, vielleicht auch mit ein oder zwei Sidhe zugleich.

Hör auf zu Grübeln und ruhe dich etwas aus. Ich werde die erste Wache übernehmen.
Gimle riss Humen aus seinen trübsinnigen Gedanken. Die Reise nach Thalia schien etwas in Humen wach zu rütteln. Nie kam er vorher auf den Gedanken bei den Zar’Dras auszusteigen, hatte nie den Wunsch verspürt sich von Vodras zu trennen. Wortlos trat er zu Gimle an das unordentliche Bett. Der schwarze Suavis sprang von der strohgefüllten zerschundenen Matratze und rollte sich stattdessen direkt vor der Tür zusammen, so dass sie nicht geöffnet werden konnte. Mit einem leisen Seufzer streckte sich Humen auf dem Lager aus und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Sie waren lange unterwegs gewesen und die war die erste Nacht seit Tagen, wo er wieder in einem Bett auf festen Boden lag. Wir sollten den Jüngling im Auge behalten. Nicht das er doch was anstellt. Ich werde ihn morgen beobachten, bin gespannt wie sich dieser Gockel in der freien Wildbahn macht. Du suchst doch nur nach einem Grund ihm eines auszuwischen. Vielleicht… Ein tiefes Brummen signalisierte eine Art Schnurren, während Gimle sich in den schönsten Bildern Talibors Versagen an der Aufgabe ausmalte. Humen lag mit geschlossenen Augen da und versank in eine Art Meditation, löste seinen Geist und seine Gedanken und versank nur wenige Atemzüge später in einen tiefen Schlaf.
Gimle bemerkte wie Humens Geist immer schwächer wurde und am Ende nur noch als eine kleine Flamme in ihm brannte. Aufmerksam beobachtete er der den Menschen im Bett, wie er vollkommen erschöpft nun die Energie tankte, die ihm diese Reise gekostet hatte. Er war in diesem Moment so verwundbar und hilflos. Der Suavis wusste, dass allein seine Anwesenheit seinem Partner die Entspannung geben konnte, er so dringend brauchte in seiner Position. Gimle hasste Vodras für das was er getan hatte, als er Humen dazu verführte ihm zu folgen. Ihm Dinge versprach wonach er sich sehnte, Anerkennung und Ruhm. Doch Gimles Zureden hatte nicht geholfen, die Zweifel von Humen wurden von Vodras Schmeicheleien verdrängt und nun, außerhalb der Reichweite seiner giftigen Worte, überkamen Humen wieder die alten Zweifel. Es war eine merkwürdige Situation. Würde Humen sich tatsächlich durchringen können von Vodras abzunabeln? Kann er so einfach das Band kappen, welches ihn und Vodras seit der frühsten Kindheit verband? Doch was würde dann geschehen? Sie wären Verräter an der Sache der Zar’Dras und gleichzeitig Verfolgte der Sidhe. Sie würden nirgends Ruhe finden, das hatte Humen richtig erkannt. Doch Gimle würde ihm folgen, egal wohin. So wie er ihm auch schon nach Torlamun gefolgt ist.

Gimle ließ Humen schlafen und hielt die ganze Nacht Wache. Döste selber nur im Halbschlaf vor sich hin und behielt mit halb geöffneten Augen das Fenster im Blick. Die Tür in seinem Rücken konnte sich nicht mal ein Fingerbreit öffnen, ohne dass er es bemerkt hätte. Davon abgesehen, dass der schwere Körper die Tür so blockierte, dass es schier unmöglich war sie ohne enorme Kraftaufwendungen zu öffnen. Erst als die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster drangen, wurde Humen wach und schreckte hoch. Wieso hast du mich nicht geweckt?
Gimle gähnte ungeniert und blinzelte seinen Partner nur an, blieb eine Antwort jedoch schuldig. Wehe du bist heute zu erschöpft um zu agieren.
Darum mach dir mal keine Gedanken. Ich schleiche mich mal zum Hafen, suche etwas zum Fressen und schaue bei Filke vorbei wie sich unser Gockel so macht. Wir sollten den Kontakt nur auf das Nötigste minimieren - Viel Erfolg.
Mit diesen Worten stand der Suavis auf, streckte sich und sprang aus dem geöffneten Fenster um sich über die Dächer durch die Stadt zu schleichen.
Gib auf dich Acht.
Doch die Verbindung zwischen ihnen wurde zunehmend schwächer, bis sie fast gänzlich erlosch. Es war eine Vorsichtsmaßnahme um nicht die Aufmerksamkeit anderer Sidhe auf sich zu ziehen, welche ihre Präsenz feststellen konnten. Doch es war ein beklemmendes Gefühl, als ob ein Teil des Körpers abgeschnitten und in eine Truhe gesperrt wurde.

Humen blieb noch etwas orientierungslos auf der Bettkannte sitzen und versuchte seine Gedanken zu ordnen. Heute würde er einen Schmuggler treffen, Präsenz zeigen und eine neue Lieferung an Holz organisieren. Holz war in Torlamun eine absolute Mangelware, in dem harten Boden haben sie es gerade geschafft eine einigermaßen laufende Getreide und Gemüseproduktion zum Laufen zu bringen. Doch der Baumwuchs dauerte zu lange, daher waren sie von Lieferungen aus Thalia abhängig. Finanzielle Geschichten, die Humen so gar nicht lagen und für die Vodras eigentlich andere Männer hätte. Warum er nun in Port Amun noch Geschäfte erledigen sollte, war ihm unklar.

Mit nicht sonderlich guter Laune nahm er seine abgelegten Sachen auf, überzeugte sich davon keine Gegenstände im Zimmer vergessen zu haben und stieg hinab in den Schankraum. Der Gastraum war für die Tageszeit schon gut gefüllt und Humen setzte sich in Thekennähe um sich ein Bier und etwas zum Frühstücken zu bestellen. Es war ein karges Mahl mit dem verdünntem Frühstücksbier und Brot mit Schmalz, aber es reichte zum satt werden. Die Gäste um Raum scherten sich nicht um die verhüllte Gestalt in der Ecke, mit ihrer dunklen Kapuze und der Lederhaube darunter. Deshalb konnte Humen unbehelligt den Start starten und sich auf den Weg zu dem Händler machen.

[tbc Goldene Gans]



17. Kiriat morgens
Humen sinniert über seinen Aufenthalt in Port Amun, schläft und plant den nächsten Tag
Humen

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Beitragvon NPC » So 20. Nov 2016, 19:58

Der Bursche
(tbc: In den Straßen Port Amuns)

Nostalgie schwabbte über Bursche und Esel, als sie sich den Weg zum Anker erkämpften. Der Abendverkehr war laut, hektisch, schwer und überladen. Stände, die abgebaut wurden, Matrosen, die in die Schenken strebten, Fischer, welche einige Stege und beinahe sämtliche Strände in Beschlag nahmen und daneben ihre Ausbeute per Karren oder zu Fuß nach hause schafften. Boten, welche auf den letzten Drücker noch dringende Mitteilungen wegzubringen hatten, neben den Späteinkäufern und zwischen drinnen baute sich langsam das Nachtleben auf, subtil, um die besser betuchten Spaziergänger nicht zu stören in ihrem Streben nach abendlicher Zerstreuung und ihrem Weg dorthin. Port Amun war nur jetzt am Lebendigsten. Der Tag war geschafft, die Arbeit verrichtet . Es war bunt, neben der Lautstärke, und stark riechend. Es waren solche Momente, wo der verkrüppelte Junge durch die Straßen ging und sich bewusst wurde, wie klein er war und wie allmächtig zur selben Zeit. Er war Teil etwas Größerem und trotzdem barst die Stadt vor Insassen, Lebensgeschichten und Möglichkeiten, die einfach nicht überblickt werden konnten oder fassbar waren. In dieser Stadt geboren und groß geworden, hatte der Bursche eine starke Heimatverbundenheit. Gil'Leading, Shirga, Harlum – das waren alles Städte, die ihm vom Namen her ein Begriff waren, aber die genauso gut auf anderen Welten liegen könnten. Das Pulsieren des Lebens war HIER. Hier bot sich ihm alles, was er haben wollte oder gebrauchen könnte. Der Rest Thalias war so unsagbar unwichtig und weit entfernt für ihn, der nie weiter als zwei Meilen außerhalb Port Amuns gesetzt hatte.

Der Fröhliche Anker war nicht unbedingt die beste Spelunke für ihr Vorhaben. Allen voran, weil er denkbar ungeeignet für private Unterredungen war. Der Schankraum war eigentlich von beachtlicher Größe – nahm jedoch so viele Leute in sich auf, dass Atmen ein Luxus wurde. Nicht, dass er dort schon war. Sein Weg führte ihn erst einmal eine Straße weiter und dann zurück Richtung „Anker“. Der Bursche nahm quasi den Hintereingang. Erst als er die Kiste mit der Gans überreichte und sich, etwas umständlich, einen ruhigen Tisch, zwei Mahlzeiten, zwei Krüge Bier und etwas Futter für seinen Esel damit erkaufte, wurde er mit einem Schulterzucken akzeptiert. Im kleinen Innenhof war es einfach sicherer den Esel zu lassen, bevor er auf dumme Ideen kam. Und so seltsam waren solcherlei Unterhändlereien auch nicht, wenn man vom „Fach“ war. Die Goldene Gans hatte zwar auch hier einen nicht unbedingt netten Ruf, aber trotz allem war man „Kollegen“ gewesen, wenn auch mit sehr unterschiedlichem Klientel. Und was der Bursche für eine stattliche Gans verlangte war wirklich ein Witz – von daher: Warum also nicht? Es war zwar etwas denunzierend, dass er seinen Esel selbst zu versorgen hatte und auch die Krüge selbst zu seinen Tisch bringen, aber alles in allem hätte man ihm die Sache auch ausschlagen können. Die Futterkisten hatte er bei seinem pelzigen Begleiter gelassen und saß nun in einen vollkommen überhitzten, stickigen Raum und genoß eine fast noch warme Fischsuppe. Und dann die zweite Portion ebenfalls, nachdem er nun bereits sehr viel mehr Zeit warten musste, als er Geduld hatte (und das war nun wirklich nicht viel, was er da hatte). Die Krüge ließ er jedoch stehen, denn sie gaben ihm ein Alibi warum er keine Sitznachbarn wünschte. Nicht, dass er sich dahingehend vielen Avancen erwehren musste – man setzte sich grundsätzlich nicht gerne neben ihm oder ihm gegenüber. (Tenebrae)




17. Kiriat, früher Abend
Bursche kehrt im Anker ein, heimst sich was zu Essen ein und wartet gelangweilt.
Der Bursche, Talibor

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Beitragvon Talibor » So 27. Nov 2016, 18:14

(tbc Strassen von Port Amun)


Das Verfrachten der Fregatte hatte etwas mehr Zeit in ANspruch genommen als Talibor gedacht hatte.
Den Blick fest auf die Sonne geheftet so als könnte er sie nur mit seinem Willen davon überzeugen nicht so so schnell unterzugehen, verfolgte er seinen Weg zum Hafen.
Die Straßen schienen voller als zur Mittagsstunde zu sein.
Um ihn herum werkelten geschäftig die Händler an ihren Ständen und die Bewohner Port Amuns stoben an ihren jeweiligen Bestimmungsort.

Mitten in seinem Lauf blieb er abbrupt stehen.
Wo wollten sie sich treffen? Am Hafen... Nur wo?
Er blieb mitten auf dem Platz stehen und drehte sich suchend im Kreise.
Der Bengel war nirgends zu sehen.
War er zu spät? War der Junge zu spät?
Talibor griff sich an die Stirn... Was hat er noch an die Wand gepinselt... einen Anker... das Symbol für den Hafen...Wieder ging sein Blick suchend umher.

Inzwischen war von der Sonne nur noch ein kleiner Rand zu sehen bevor sie vollends im Meer versank. Sie sannte ihren letzten Strahl der auf den großen goldenen Anker fiel der über der Eingangstür hing.
Der Kopfgeldjäger rollte die Augen und schlug sich mit der Hand vor die Stirn.
Natürlich.... der Anker!!!
Das er auch immer so um die Ecke denken musste.

Er zog sein Hemd runter, richtete sein Schwert und setzte seinen Weg mit festen Schritt fort.
Die Tür zum Anker wurde von innen aufgerissen und eine Handvoll lauter lustige Leute strömten heraus.
Talibor ließ sich von ihrem Lachen anstecken, hielt den lustigen Haufen die Tür auf und sprang dann beschwingt durch die Öffnung ins Innere.
Er sondierte kurz den Raum und richtig, schon sah er den Burschen in einer Ecke an einem Tisch finster vor sich in seinen Krug stieren.
Sein Blick freudig, steuerte er auf das Tischchen zu. Eine Bedienung durchkreuzte seinen Blick. Mit einem Lächeln im Gesicht kam sie auf ihn zu beide Hände voll mit Bierkrügen beladen.
Beim vorbeigehen hauchte sie Ihm einen Kuss auf die Wange und drückte ihm einen der Krüge in die Hand.
Er grinste, zwinkerte und drehte sich zu ihr um, während er prüfend auf ihren Hintern achtend rückwerts seinen Weg fortsetzte.
Als sie dann im Getümmel verschwand drehte er sich wieder blitzschnell um und schwang sich sehr lässig auf den einen Stuhl, nahm einen tiefen Zug aus dem Krug und stellt ihn mit einem kleinen Knall zwischen sich und den Burschen auf den Tisch.
"Da bin ich... Ich hab den Likör. Und jetzt?"




17. Kiriat Abends

Talibor sucht den Burschen und findet ihn schlieslich im fröhlichen Anker

Talibor, Bursche
Es ist die Leidenschaft
die meine Leiden schafft!

https://youtu.be/qb_5cbWHbCI

Talibor

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Zum Fröhlichen Anker

Beitragvon NPC » So 21. Mai 2017, 02:39

Der Bursche
Wann war es so schräg geworden? An welcher Stelle war sein Abend bizarr geworden, nicht nur verrückt? An dem Part, als Talibor endlich eingetroffen gewesen war, oder später, als sie eher aus der Not heraus wieder in die nun kühle Nachtluft hinausgetreten waren? Wo bekam man K.O.-Tropfen für Gänse? Hoffentlich und ganz klar bei einem Apotheker. Hoffte der Bursche jedenfalls. Mittlerweile war die ganze Sache nun doch mehr ein Witz, als alles andere. Ein halber Tagtraum, der den jungen Menschen eher verwundert und leicht verstört zurück ließ. Eigentlich, eigentlich sollte er um seine Zukunft bangen und sein leibliches Wohl. Darum, was nun passierte. Darum, das unsicher war, wie viel Wert er für Port Amuns dunklere Seite besaß. Eigentlich sollte er mit sehr viel mehr Ernst bei der Situation sein, so ernst, dass seine Stirn sich nicht mehr glatt streichen ließe. Und uneigentlich? Uneigentlich kann es sein, dass er vielleicht sich zwei Krüge zu viel hatte bringen lassen, wo er doch eigentlich die Toleranzgrenze eines Eichhörnchens besaß.

Wo wir wieder bei absurd waren: Was taten sie nun? Nun, der Bursche hatte mit den Schultern gezuckt gehabt, eine wegwerfende Geste getätigt und damit bestätigt, dass sein Teil der Aufgabe erledigt war und in Sack und Tüten – wortwörtlich. Wobei ihm zu dem Zeitpunkt das Denken so weit erschwert war, um mehrere Minuten darüber nachzudenken, wo nun der Unterschied zwischen Säcken und Tüten lag. Nun, sie brauchten Medizin, also ganz klar Apotheke! Ihm war nur nicht mehr so..präsent, dass das um diese Uhrzeit eine etwas schlechte Idee war. Zum einen waren die diesigen Apotheken keine zwielichtigen Geschäfte mit windschiefen, schlecht beläuchteten Räumen, sondern hochangesehene Lokale mit guten Schlössern, Gittern und in irgendeiner Form vorhandenen Schutzmechanismen. Hatte Gustav aus der Karpfenstraße nicht sogar ein Dachshundpärchen, was bisher sehr erfolgreich jeden Schurken davon gejagt hatten? Oder so viel Krach schlugen, dass die Nachtwache schneller da war, als beabichtigt? Zum anderen war es Abend. Um die Uhrzeit würde ihnen unwahrscheinlicherweise irgendjemand noch die Türe öffnen für ihr Anliegen. Talibor hätte wohl gute Chancen von einem Aphoteker in Empfang genommen zu werden – der Bursche würde wohl eher hochkant das Weite suchen müssen. Also hatte der Bursche begonnen „Apotheke“ zittrig und schräg auf die hölzerne Tischplatte zu kritzeln, als die neuen Krüge gebracht wurden. „Na das machst' aber ja wieder sauber, sonst kannst mit der Schubürste alles schrubben!“, kam die Ansage des Wirtes, der ihnen die Getränke persönlich brachte. Der Bursche bemühte sich um besonders missmutige, aufgebrachte Blicke, bekam jedoch keine weitere Reaktion als das Heben einer Augenbraue. Mit Grunzlauten nahm er erst einmal einen tiefen Schluck und beugte sich absolut unsubtil und verschwörerisch über die Tischplatte, wo er seine kalligraphischen Meisterkünste weiter ausübte. Triumphierend legte er nach getanem Werk die Kreide weg, deutete gewichtig auf seine Botschaft und ließ den Bierkrug etwas überschwänglicher darauf abliegen, als beabsichtigt. Nun, so konnte man das natürlich auch wegwischen. Mit einem Schulterzucken, rieb er die kleine Pfütze übergeschwapptes Gebräu über seine Buchstaben.

Danach starrte er den großgewachsenen Mann ihm Gegenüber an. An sich … an sich war Talibor ja aushaltbar – vorsichtig ausgedrückt. Gut, bisschen mehr als das. Er war in Ordnung. Es war enervierend, wie er seine Umgebung mit sehr viel mehr Leichtigkeit anzunehmen schien, als es dem Burschen je möglich sein würde. Aus seiner Warte aus, hatte Talibor ja auch keinen Grund griesgrämmig und stockernst zu sein. Für ihn musste das ganze Leben ein Spiel sein und sollte es auch sein. Ein Seufzen und einen tiefen Schluck später gestand er sich ein, dass er ihm seine Welt anneidete. Hier in dieser stickigen, stark fischig riechenden Taverne, mit einem Krug, einer absurden Aufgabe und einer warmen Mahlzeit im Magen konnte man sich Erkenntnissen ja auch stellen. Erkenntnissen der unliebsamen Sorte. Die, die man ignoriert, bis sie verschwinden. (Tenebrae)


17. Kiriat, Abend

Bursche schlägt Apotheke vor und sollte die Krüge in Ruhe lassen.

Talibor - Bursche

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Beitragvon Talibor » Mo 22. Mai 2017, 10:36

Dieser kleine krumme Kerl war ein absoluter Knaller! Dann werden sie einfach in die Apotheke stiefeln und sich die KO Tropfen holen!
Talibor war irgendwie in Feierlaune.
So mistig dieser Tag doch irgendwie angefangen hatte, nun nahm er ein gutes Ende.
Das Bier in seinem Krug wurde irgendwie nie leer.. war es überhaupt immer der gleiche Krug?
Es war ihm eigentlich egal.
Die Wirtin mit ihrem ausladenden Becken, schenkte ordentlich nach und es dauerte auch gar nicht lange da waren auch schon die passenden Damen am Tisch die ihnen ordentlich einheizten weiter zu trinken.
Unter schallendem Gelächter gab er seine Geschichte preis, die er vor wenigen Stunden noch mit "der Fregatte" wie er Frau von Wespin nun nicht mehr nur insgeheim benannte, erlebt hatte.
Eine der netten Bardirnen machte es sich auf seinem Schoß bequem.
Das Alkohol aus seinem Bier schwappte warm in seinem Kopf hin und her. Verschmitzt flüsterte er was der Dame ins Ohr die daraufhin kichernd ihr Platz verließ und mit einem Klaps auf ihren Po von Talibor, in die richtige Richtung gedreht wurde.
Sie schwenkte ihre Kehrtseite und tänzelte mit einem schmunzeln auf den Lippen auf den Burschen zu-
Schnurrend legte sie ihren Arm um ihn und ihren Kopf auf seiner Schulter ab. "Ihr seid aber auch ein stattlicher Bursche mein Herr!"
Die andere Hand zog mit ihrem Zeigefinger ein paar Achten auf seiner Brust.
Der Kopfgeldjäger legte seinen Kopf in den Nacken und lachte.
Schon hatte er die nächste Dame auf dem Schoß, griff zum Humpen und prostet seinem Freund am anderen Ende des Tisches zu.
"Möge dieser Abend noch lang und feucht sein!"
Er zwinkerte dem Mädchen zu und nahm einen großen Schluck aus seinem Krug.





17. Kiriat Abends

Talibor ist in Feierlaune und besorgt dem Burschen, den er von Krug zu Krug besser leiden kann ein Mädchen.

Bursche, Talibor
Es ist die Leidenschaft
die meine Leiden schafft!

https://youtu.be/qb_5cbWHbCI

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Beitragvon Barthi » Mi 17. Jan 2018, 14:21

(tbc Die nördlichen Ländereien Port Amuns)

Ja, ein Wirtshaus das war ihm nur recht. Während der lange Graue sein Pferd versorgen ließ. Eielte der Zwerg mit einem unguten Gefühl im Magen in den Schankraum hinein.
Das ungute Gefühl kam nicht wegen der vielen langen Leute um ihn herum oder dem Lärm. Nein das Gefühl war eindeutig Hunger!
Er kletterte auf eine Bank nahe der Eingangstür und winkte die pausbäckige Bedienung herbei.
Der Blick der Kelnerin sprach Bände. ANscheinend freute sie sich nit wirklich über den Besuch eines Zwerges.
"Ich hätte gerne einen großen Humpen von ihrem stärksten Bier und etwas leichtes für den Magen. Ein Schweinebraten vielleicht? So eins mit Honigkruste am Biersud gegart und zum schluß ein Hauch Petersilie drauf?"
Barthi war so in seiner Beschreibung des Schweinebratens vertieft, das er gar nicht mitbekam wie sein Reisebegleiter sich zu ihm setzte.
Die Kelnerin presste ihre Lippen aufeinander und stellte ihre Faust in die Hüfte.
"Werter Herr Zwerg.. Ich habe EUch beim letzten Mal schon gesagt, das wir hier eine ausgesprochen leckere Fischsuppe haben mit einem schönen Fladen gerösteten Brot, wird sie euch bestimmt wieder munden!"
Barthi sah sie verwirrt an."Fischsuppääääää?"
Er kraulte sich seinen Bart. und runzelte die Stirn.
Die Bedienung sah zu Humen und wartete auf seine Bestellung.

17. Kiriat Abends
Barti stürmt einen Tisch und bestellt sich sein Essen. Die Bedienung erkennt den alten Kerl und will ihm wieder eine Fischsuppe auftischen. Barthi ist verwirrt.

Humen, Barhti


(Talibor und der Bursche befinden sich zur gleicher Zeit am gleichen Ort)
"Baruk khazad ai-menu!"

Weitere Charas: Emma, Talibor

Barthi
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